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Rollläden im März um 18 Uhr schließen: So sinken die Heizkosten wirklich

Junger Mann hebt Rollos an, steht mit Fieberthermometer vor hellem Fenster in gemütlichem Wohnzimmer.

Im März lassen viele Haushalte gegen 18 Uhr die Rollläden herunter – und fragen sich danach, weshalb die Heizkosten dennoch kaum zurückgehen.

Der Winter ist noch spürbar da, zugleich werden die Abende länger, während die Heizkosten auf hohem Niveau bleiben: Genau dann setzen viele auf einen vermeintlich einfachen Kniff und dunkeln schon früh am Abend ab. Der Gedanke dahinter ist schnell erklärt: Wärme im Raum halten, Energie sparen, erledigt. Ausgerechnet im März kann diese Gewohnheit jedoch nach hinten losgehen – weil man damit kostenlose Sonnenwärme aussperrt.

Was hinter der 18-Uhr-Frage im März wirklich steckt

Rund um 18 Uhr wirkt es im März häufig bereits dämmerig, trotzdem ist der Tag vielerorts noch nicht „vorbei“. In zahlreichen Regionen schafft es die Sonne kurz zuvor noch einmal, kräftig durch Wohnzimmerfenster oder große Glasfronten zu scheinen. Wer dann sofort alles verdunkelt, nimmt sich nicht nur den Ausblick, sondern blockiert auch Energie, die sonst keine Kilowattstunde kostet.

Rollläden schützen vor Wärmeverlust – können im März aber auch verhindern, dass Ihr Zuhause noch kostenlos aufgeheizt wird.

Fenster gelten bei der Gebäudehülle als typische Schwachstelle. Fachleute schätzen, dass über schlecht gedämmte Fenster und andere Öffnungen 10 bis 25 Prozent der Heizwärme entweichen können. Werden Rollläden oder Fensterläden geschlossen, lassen sich diese Verluste im Bereich der Glasfläche um bis zu rund 60 Prozent senken – vorausgesetzt, sie liegen dicht an und sind nicht stark verzogen.

Das merkt man im Alltag: Die Scheibe kühlt weniger aus, Zugluft in Fensternähe wird geringer, und die Temperatur an Außenwänden wirkt gleichmäßiger. Oft wird das Thermostat dann gar nicht erst höher gestellt. Bei typischen Heizkosten von etwa 1.200 Euro im Jahr sind mit einem passenden Schließzeitpunkt Einsparungen im zweistelligen Eurobereich möglich – in alten, schlecht gedämmten Gebäuden teils auch deutlich mehr.

Warum ein starres „18-Uhr-Ritual“ problematisch sein kann

In Empfehlungen heißt es häufig, Rollläden und Vorhänge sollten nachts geschlossen werden, sobald es draußen merklich kälter ist als drinnen. Im tiefen Winter trifft das oft schon am späten Nachmittag zu – ein fixer Zeitpunkt wie 17 oder 18 Uhr funktioniert dann in vielen Fällen recht gut.

Der März ist jedoch ein Übergangsmonat: Die Tage werden länger, die Sonne steht höher und liefert wieder mehr Wärme. Damit verschiebt sich der sinnvolle Zeitpunkt fürs Schließen – und der hängt von mehreren Punkten ab:

  • Temperatur draußen: Wie groß ist der Abstand zur gewünschten Innentemperatur?
  • Sonneneinstrahlung: Fällt noch direkte Sonne in den Raum oder nicht mehr?
  • Ausrichtung des Fensters: Nord, Ost, Süd oder West macht einen großen Unterschied.
  • Gebäudezustand: Altbau mit Einfachverglasung oder moderner Bau mit gutem Dämmstandard?

Am Monatsanfang – vor allem im Norden – ist die Luft häufig noch recht kühl, zudem geht die Sonne relativ früh unter. In älteren Häusern mit einfachen Fenstern und klassischen Fensterläden kann es dann durchaus sinnvoll sein, bereits gegen 18 Uhr zu schließen, weil die Scheiben schnell auskühlen.

Zum Monatsende verändert sich die Situation. Nach der Umstellung auf die Sommerzeit bleibt die Sonne am frühen Abend deutlich länger sichtbar und kann Süd- oder Westseiten noch bis nach 19 Uhr erwärmen. Wer dann aus Routine um 18 Uhr abdunkelt, verzichtet auf diese „Gratisheizung“ und schaltet zudem früher Licht ein. Unter dem Strich kann das sogar mehr Energie kosten – und gleichzeitig das Wohngefühl verschlechtern.

Die wirklich sinnvolle Regel: Thermometer statt Uhr

Am praktikabelsten ist es, sich nicht an eine feste Uhrzeit zu klammern, sondern zwei Faktoren zu prüfen: Temperatur und Sonne. Für den Alltag lässt sich daraus eine einfache Faustregel ableiten.

Rollläden schließen, wenn es draußen deutlich kälter ist als drinnen – und keine direkte Sonne mehr ins Zimmer fällt.

Als Orientierung: Sind es draußen beispielsweise 12 Grad und im Wohnzimmer sollen etwa 19 Grad gehalten werden, ist der Unterschied klar. Kommt zusätzlich keine direkte Sonne mehr auf die Scheibe, ist es sinnvoll, Rollläden und dicke Vorhänge zu schliessen.

Die deutsche Energieberatung betont regelmässig: Pro Grad weniger am Thermostat lassen sich im Schnitt knapp acht Prozent Heizenergie sparen. Wenn man durch geschlossene Rollläden am Abend ein halbes bis ein Grad weniger benötigt, ohne dass es ungemütlich wird, wirkt sich das also spürbar auf die Kosten aus.

Ausrichtung der Fenster: Nicht jeder Raum braucht die gleiche Uhrzeit

Ein Wohnzimmer mit großer Südverglasung reagiert ganz anders als ein Arbeitszimmer mit Nordfenster. Wer überall gleichzeitig die Rollläden schließt, lässt Potenzial liegen.

Nord- und Ostseite: eher früher schließen

Zimmer mit Fenstern nach Norden oder Nordosten bekommen kaum direkte Sonne. Hier steht weniger der Wärmeeintrag im Vordergrund, sondern das Verhindern von Wärmeverlust. In solchen Räumen kann ein fester Zeitraum zwischen etwa 17:30 und 18 Uhr im gesamten März sinnvoll sein – besonders in Altbauten oder bei dünner Verglasung.

Süd- und Westseite: Sonne nutzen, solange sie da ist

Bei Süd- oder Westfenstern ist die Lage meist umgekehrt: Im März kann die Sonne oft noch bis in den frühen Abend hinein auf die Glasflächen scheinen und den Raum merklich mit erwärmen. Dort ist es häufig klüger, erst gegen 18:30 oder 19 Uhr zu schließen – abhängig von Region und Wetter.

Wer motorisierte Rollläden nutzt oder eine einfache Smart-Home-Steuerung hat, kann diese Unterschiede gezielt ausspielen. Sinnvoll sind zum Beispiel saisonale Programme, die nach und nach angepasst werden:

  • Im Januar/Februar Schließzeit für alle Rollläden relativ früh (z. B. 17 Uhr).
  • Im März Nord- und Ostseite bei etwa 17:30 bis 18 Uhr lassen.
  • Süd- und Westseite im März nach hinten verschieben (z. B. 18:30 Uhr).

Warum manche Redewendungen von „Verbot“ die Realität verzerren

In sozialen Netzwerken liest man derzeit häufiger, man dürfe im März ab 18 Uhr die Rollläden nicht mehr schließen. Gemeint ist damit selbstverständlich kein Gesetz, sondern der Hinweis, dass eine starre Routine den Energieeffekt ins Gegenteil drehen kann.

In Wahrheit schreibt niemand vor, wann Sie abdunkeln oder Fenster schließen. Kritisiert wird eher der Automatismus, sich an eine fixe Uhrzeit zu halten, statt die tatsächlichen Bedingungen zu berücksichtigen. Wer täglich unabhängig von Wetter, Lage und Gebäudezustand exakt zur gleichen Zeit abdunkelt, trifft selten die beste Entscheidung für den Geldbeutel.

Typische Fehler – und wie man sie im März vermeidet

Viele Gewohnheiten rund um Rollläden und Heizen haben sich über Jahre eingeschliffen und fühlen sich „richtig“ an. Einige davon treiben jedoch unnötig den Energieverbrauch:

  • Zu frühes Verdunkeln an sonnigen Tagen: Die Räume bleiben kühler, die Heizung muss mehr nachliefern.
  • Rollläden nur halb schließen: Der Kälteschutz ist deutlich schwächer als bei vollständig geschlossenen Lamellen.
  • Spalt offen lassen für den Luftaustausch: Lüften und Dämmen werden vermischt – besser konsequent trennen.
  • Dünne Vorhänge vor großen Glasflächen: Sie isolieren kaum und sind eher Dekoration.

Besser ist: kurz und kräftig stoßlüften, danach die Fenster wieder ganz schließen – und erst anschliessend Rollläden sowie schwere Vorhänge einsetzen. So bleibt der Luftaustausch effektiv, und die Dämmwirkung der geschlossenen Rollläden greift ebenfalls.

Was technisch im Hintergrund passiert

Physikalisch betrachtet bildet sich zwischen Fensterscheibe und geschlossenem Rollladen ein Luftpolster. Diese Luftschicht wirkt wie eine zusätzliche, einfache Dämmschicht und bremst den Wärmestrom von innen nach außen. Gleichzeitig fühlen sich Flächen in Fensternähe weniger kalt an, sodass man auch bei leicht niedriger Raumtemperatur noch komfortabel wohnen kann.

Bei modernen Fenstern mit gutem Mehrfachglas fällt der Zusatznutzen geringer aus als bei alten Einfachscheiben, er ist jedoch weiterhin vorhanden. In unsanierten Gebäuden mit großen Glasflächen kann das Zusammenspiel aus Rollläden, Vorhängen und einem bewusst gewählten Schließzeitpunkt die Heizkosten um einige Prozentpunkte senken.

Praktische Beispiele für verschiedene Wohnsituationen

In einer Mietwohnung im dritten Stock mit Südbalkon, moderner Verglasung und Zentralheizung lässt sich die Märzsonne gezielt nutzen: Die Rollläden im Wohnzimmer erst dann schließen, wenn keine direkte Sonne mehr auf die Scheibe trifft; Schlafräume auf der Nordseite können dagegen ruhig früher abgedunkelt werden.

In einem freistehenden Altbau mit vielen Fenstern und älteren Rahmen kann ein anderes Vorgehen sinnvoll sein: Nord- und Ostseite bereits gegen 17:30 oder 18 Uhr schließen, unabhängig von der Sonne, dafür die Südseite möglichst lange offen lassen. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, kann mit einfachen Zeitschaltuhren oder Automatiklösungen arbeiten.

Am Ende lohnt es sich, den eigenen Alltag und das Haus kurz zu beobachten: Welche Zimmer kühlen am schnellsten aus? Wo brennt abends am längsten das Licht? In welchen Räumen verhindert ein späterer Schließzeitpunkt einen unnötigen Heizlauf? Wer diese Punkte ehrlich durchgeht, findet meist schnell ein passendes persönliches „März-Profil“ für die Rollläden.


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