Ein oder zwei, manchmal auch drei Wimpern auf dem Wattepad wirken schnell wie ein normaler Nebeneffekt von Make-up. Häufiger als das einzelne Produkt entscheidet jedoch die Art, wie Mascara aufgetragen und wieder entfernt wird. Wer die Augen reibt, die Wimpernzange zu fest drückt oder mit ausgehärteter Mascara schlafen geht, kann die Härchen abbrechen oder sie noch vor dem natürlichen Ende ihres Wachstumszyklus herausziehen.
Kann wasserfester Mascara den Wimpernausfall verstärken?
Wasserfester Mascara verursacht nicht automatisch eine Erkrankung der Wimpern, verlangt aber beim Abschminken deutlich mehr Sorgfalt. Wenn dabei gerieben, gezupft oder mit kräftigen, wiederholten Bewegungen gearbeitet wird, kann das mechanische Trauma die Härchen brechen oder solche lösen, die ohnehin kurz vor der natürlichen Ausfallphase standen.
Meist liegt die Ursache weniger in der Rezeptur als in der Summe aus Reibung. Nasse Wimpern oder mehrere Mascara-Schichten können steif werden und reagieren dann empfindlicher auf Zug. Sinnvoll ist deshalb, das Make-up zunächst einzuweichen, statt es „abzuschaben“ – also kein raues Wattepad, keine Fingernägel, keine Pinzette und keine schnellen Bewegungen direkt am Lidrand.
Wie lässt sich Make-up entfernen, ohne an den Wimpern zu ziehen?
Ein ölhaltiger Augen-Make-up-Entferner kann lang haftende Produkte lösen, ohne dass Druck nötig ist. Alternativ kommt ein neutrales kosmetisches Öl infrage, das für das Gesicht gedacht ist und ohne Duftstoffe auskommt – vorausgesetzt, es reizt nicht. Auftragen sollten Sie es bei geschlossenen Augen; es darf nicht direkt ins Auge laufen.
Eine besonders sanfte Routine reduziert das Bedürfnis zu reiben und kann die Wimpern besser schützen. Dafür reichen ein paar einfache Schritte:
- Ein weiches Wattepad mit einem geeigneten Entferner anfeuchten;
- das Pad für einige Sekunden bei geschlossenen Augen sanft andrücken;
- das Wattepad in Wuchsrichtung der Wimpern abstreichen, ohne Hin-und-her-Bewegungen;
- bei Bedarf mit einem neuen Pad wiederholen, wenn noch Reste sichtbar sind;
- die Partie entsprechend den Angaben des verwendeten Produkts abspülen.
Anhaltendes Brennen, Rötungen oder dauerhaft verschwommenes Sehen deuten darauf hin, dass Produkt ins Auge gelangt ist oder eine Reizung ausgelöst hat. Dann sollten Sie die Region ausspülen und die Anwendung stoppen. Ätherische Öle, duftende Hausmischungen und andere Stoffe, die nicht für die Augenlider vorgesehen sind, gehören grundsätzlich nicht an diese empfindliche Stelle.
Kann die Wimpernzange Wimpern ausreissen?
Eine Wimpernzange kann Härchen abbrechen oder herausziehen, wenn sie zu fest geschlossen wird, mehrfach an derselben Stelle ansetzt oder bewegt wird, während sie noch zusammengedrückt ist. Abgenutzte Gummipolster können Wimpern zudem einklemmen. Das Risiko steigt, wenn die Zange nach dem Auftragen von Mascara benutzt wird: Getrocknetes Produkt macht die Wimpern härter und lässt sie leichter aneinander oder am Gerät haften.
Um das Risiko zu senken, sollte die Wimpernzange sauber sein, ein intaktes Gummipolster haben und vor der Mascara verwendet werden. Der Druck muss kurz und leicht bleiben; das Gerät sollte nicht nach vorn „gezogen“ werden. Improvisiertes Erwärmen des Tools ist ebenfalls keine gute Idee, weil die Lidhaut sehr dünn ist und es zu Verbrennungen kommen kann.
Sehen Sie sich das Video an, das der YouTube-Kanal Larissa Costa geteilt hat und in dem gezeigt wird, wie man Make-up korrekt entfernt, ohne die Haut zu strapazieren.
Warum schadet Schlafen mit Make-up den Wimpern?
Im Schlaf liegt das Gesicht über Stunden am Kissen an und bewegt sich ständig. Bleibt Mascara auf den Wimpern, werden die Härchen steif und sind stärkerer Reibung ausgesetzt – sie können sich leichter knicken oder brechen. Make-up-Reste können ausserdem den Lidrand reizen und Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Entzündungen begünstigen.
Juckreiz kann dabei einen ungünstigen Kreislauf auslösen: Je stärker die Reizung, desto eher wird gerieben – und desto grösser ist die Belastung für die Wimpern. Wer vor dem Schlafengehen gründlich abschminkt, das Gesicht schonend reinigt und Pinsel sowie Applikatoren sauber hält, schützt sowohl die Wimpern als auch die Augenoberfläche.
Wann sollte Wimpernausfall ärztlich abgeklärt werden?
Nicht jeder Wimpernverlust ist eine Folge der Beauty-Routine. Ein ausgeprägter Ausfall, bekannt als Ziliarmadarose, kann auch mit Blepharitis, Dermatitis, Allergien, Alopecia areata, Schilddrüsenveränderungen, Infektionen oder anderen Ursachen zusammenhängen. Sichtbare Lücken, Krusten, Schmerzen, Schwellungen und anhaltender Juckreiz sollten professionell beurteilt werden.
Reduzieren Sie Reibung sofort und beobachten Sie, ob weiterhin neue Härchen ausfallen – versuchen Sie jedoch nicht, die Veränderung mit noch mehr Make-up zu kaschieren. Wenn der Wechsel plötzlich auftritt oder sich nicht bessert, ist ein Termin bei einer Dermatologin/einem Dermatologen oder bei einer Augenärztin/einem Augenarzt sinnvoll. Ein frühes Handeln kann helfen, die Ursache zu finden, weitere Schäden zu vermeiden und eine sichere Routine für die Augen wiederherzustellen.
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