Hausmittel in der Spülmaschine werden in vielen Küchen immer beliebter – vor allem bei Menschen, die Kosten senken oder auf stärker wirkende Chemikalien verzichten möchten. Unter den zahlreichen Tipps kursiert besonders die Kombination Essig und Natron in der Spülmaschine: Sie soll gründlich reinigen, Gerüche beseitigen und sogar Verstopfungen lösen. In der Praxis bleiben die Effekte jedoch häufig hinter den Erwartungen zurück – und je nach Anwendung können auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.
Was wirklich passiert, wenn man Essig und Natron in der Spülmaschine mischt?
Wer Essig und Natron gleichzeitig in die Maschine gibt, löst sofort eine chemische Reaktion aus: Es schäumt, und Kohlendioxid wird freigesetzt. Diese Sprudelreaktion wirkt wie ein Zeichen besonders intensiver Reinigung – tatsächlich ist der Reinigungseffekt im Innenraum der Spülmaschine aber eher gering.
Der Grund: Essig ist eine schwache Säure, Natron (Natriumhydrogencarbonat) eine schwache Base. Treffen beide direkt aufeinander, neutralisieren sie sich weitgehend. Dadurch geht ein grosser Teil der entfettenden Wirkung des Essigs sowie der leicht scheuernden Wirkung des Natrons verloren. Gleichzeitig kann zu viel Schaum in Filter und Schläuche gelangen, was mit der Zeit kleine Verstopfungen begünstigen und zu ungewohnten Geräuschen führen kann.
Reinigen Essig und Natron die Spülmaschine wirklich?
Einige Haushaltsversuche berichten, dass die Spülmaschine nach einem Durchlauf mit Essig im Waschmittelfach und Natron auf dem Boden unmittelbar danach neutraler riecht. Auch fettige Gläser und Besteck mit leichten Flecken wirken mitunter optisch sauberer – das ist jedoch kein Beleg für eine tiefere oder sicherere Hygienisierung.
Wer Essig und Natron abwechselnd einsetzt, ohne sie direkt zu mischen, und dabei auf moderate Mengen achtet, kann damit teils gegen hartnäckige Gerüche und Kalkspuren vorgehen. Welche Rolle die beiden Mittel typischerweise in der Maschine spielen, zeigen die häufigsten Anwendungen:
- Weisser Essig kann helfen, mineralische Ablagerungen zu lösen und bestimmte Wasserflecken an Innenwänden und Körben zu reduzieren.
- Natron unterstützt beim Neutralisieren von Gerüchen und kann leichte Verschmutzungen an Filtern und herausnehmbaren Teilen mit lösen.
- Werden beide gleichzeitig kombiniert, nimmt die Reinigungswirkung durch die chemische Neutralisation von Säure und Base ab.
- Zu viel Schaum im Gerät kann die Wasserzirkulation beeinträchtigen und die Leistung des Motors negativ beeinflussen.
Wie reinigt man die Spülmaschine zu Hause sicher?
Wer eine möglichst schonende Hausmittel-Variante nutzen möchte, ohne das Gerät zu belasten, sollte Essig und Natron in getrennten Schritten anwenden. So kann jedes Mittel zielgerichteter wirken, ohne starke Schaumbildung im Spülraum.
- Filter und herausnehmbare Teile reinigen: Unteren Korb herausziehen, den Filter gemäss Bedienungsanleitung zerlegen und unter fliessendem Wasser mit mildem Spülmittel reinigen. Natron kann dabei unterstützend eingesetzt werden, indem man es mit einem weichen Schwamm vorsichtig einreibt, um angelagerte Fettreste zu lösen.
- Durchlauf mit Essig: Nach der manuellen Reinigung ein Glas weissen Essig aufrecht in den oberen Korb stellen und einen kurzen oder speziellen Reinigungsprogrammlauf ohne Geschirr starten. Das kann helfen, Fettablagerungen und Kalkspuren im Innenraum zu lösen.
- Natron gezielt einsetzen: Nach dem Essig-Durchlauf eine dünne Schicht Natron auf den Boden der Maschine streuen und anschliessend einen weiteren kurzen, ebenfalls leeren Durchlauf starten, um Gerüche zusätzlich zu neutralisieren.
Lohnt es sich, Spülmittel durch Essig und Natron zu ersetzen?
Essig und Natron als vollständiger Ersatz für Spülmaschinenreiniger und Klarspüler gelten in vergleichenden Tests nicht als sinnvoll. Spezielle Spülmaschinen-Tabs oder -Pulver sind darauf ausgelegt, bei hohen Temperaturen zu arbeiten, Fett effektiv zu lösen, Schaum zu kontrollieren und die Innenkomponenten zu schützen – Leistungen, die Hausmittel im täglichen Einsatz nicht zuverlässig abdecken.
Bei regelmässigem Spülen ohne geeignetes Spülmittel können auf Tellern, Gläsern und Töpfen unsichtbare Fettrückstände verbleiben, ausserdem kann die Trocknung schlechter ausfallen. Essig und Natron sind daher eher als gelegentliche Unterstützung für die Innenpflege der Spülmaschine geeignet – nicht als kompletter Ersatz für die vom Hersteller empfohlenen Produkte.
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