In Viana do Castelo und Arcos de Valdevez wird die Straßenbeleuchtung nachts abgeschaltet – als Sparmassnahme, die allerdings keineswegs überall auf Zustimmung stösst. Parallel dazu setzen zahlreiche Gemeinden auf den Austausch der Leuchten gegen LED, um Stromverbrauch und Rechnungen zu senken.
LED-Umrüstung im Alto Minho ersetzt frühere Abschaltungen
Dass die öffentliche Beleuchtung in der Nacht zeitweise ausgeschaltet wird, ist in den Gemeinden der Region Alto Minho nicht neu. Aktuell halten jedoch nur noch zwei Kommunen an solchen Abschaltungen fest, weil in vielen Gebieten die Umrüstung auf LED-Technologie vorangeschritten ist oder bis zum Jahresende abgeschlossen werden soll. Diese Technik ermöglicht Einsparungen beim Verbrauch und bei den Stromkosten.
Wie eine von der Zeitung JN kontaktierte Quelle von E-Redes erklärt, steht der LED-Einsatz, der seit 2017 ein globales Investitionsvolumen von mehr als 160 Millionen Euro erreicht hat, für „eine Einsparung von 65 bis 70% im Vergleich zur zuvor installierten Technologie“.
In den übrigen acht Gemeinden der Region – Monção, Melgaço, Vila Nova de Cerveira, Caminha, Ponte da Barca, Ponte de Lima, Paredes de Coura, Valença – gab es in der Vergangenheit vollständige oder teilweise Abschaltungen, die jedoch wieder aufgegeben wurden.
Nächtliche Abschaltungen: Viana do Castelo und Arcos de Valdevez im Überblick
Viana do Castelo und Arcos de Valdevez schalten die öffentliche Beleuchtung nachts ab. In Viana do Castelo wird zwischen 3 und 5 Uhr morgens abgeschaltet; zusätzlich wird die Lichtintensität in bestimmten Zeitfenstern und Zonen reduziert. In Arcos de Valdevez beginnt die Abschaltung ab 2 Uhr, in ländlichen Gebieten und im Sommer. Im Winter geht dort das Licht um Mitternacht aus und wird um 5.30 Uhr wieder eingeschaltet.
Kritik in Viana do Castelo: Petition gegen den „nächtlichen Blackout“
In Viana do Castelo ist die Abschaltung in den frühen Morgenstunden umstritten. Eine Online-Petition (siehe Kasten) mit knapp einem halben Tausend Unterschriften fordert „das Ende des nächtlichen Blackouts“ in der Gemeinde, die mehr als 86 Tausend Einwohner hat.
Bürgermeister Luís Nobre weist die Vorwürfe zurück: „Die Petition beruht auf viel Desinformation. Was wir tun, ist, die Straßenbeleuchtung in einem Zeitraum zu unterbrechen, in dem die Infrastruktur eine Reduktion der Lichtintensität nicht zulässt. In einem grossen Teil der Gemeinde lassen wir sie an.“
Er betont zudem: „Wo es eine dreiphasige Infrastruktur gibt, wird die Beleuchtung nicht unterbrochen, sondern nur die Intensität reduziert, und die Menschen merken das nicht.“ Nach Angaben des Bürgermeisters wurden die Leuchten durch LED-Technik ersetzt und mit einem automatischen System zur Absenkung in drei Stufen (100%, 80% und 60%) ausgestattet; zudem würden „ab 22 Uhr“ weiterhin „zwei Drittel“ ausgeschaltet.
„Ganz gezielt wird das Freileitungsnetz ausserdem zwischen 3 und 5 Uhr vollständig abgeschaltet“, so Nobre weiter. „Allein mit dieser Massnahme lassen sich direkte Einsparungen in der Grössenordnung von 600 Tausend Euro erzielen.“ Der Wert des mehrjährigen Vertrags für die öffentliche Beleuchtung bis 2028 liegt bei über 6,1 Millionen Euro.
Verbrauch um 19% gesenkt
In Arcos de Valdevez soll der Austausch der aktuellen Leuchten gegen LED-Technologie bis Ende des laufenden Jahres abgeschlossen sein. „Seit 2021 hat die Gemeinde mit den durchgeführten Eingriffen bereits 19% beim Verbrauch eingespart“, erklärt eine Quelle der Stadtverwaltung.
Gleichzeitig räumt die Kommune ein, dass „nächtliche Abschaltungen der Straßenbeleuchtung“ weiterhin bestehen – „mit Kriterien, die an die Realität jeder Zone angepasst sind“. In städtischen Bereichen und an den wichtigsten touristischen Punkten bleibt das Licht demnach die ganze Nacht an. In ländlichen Gegenden erfolgt im Winter die Abschaltung um Mitternacht mit Wiederinbetriebnahme um 5.30 Uhr; im Sommer wird um 2 Uhr ausgeschaltet und nicht wieder eingeschaltet.
Monção: Verzicht auf Abschaltungen zugunsten von LED
Monção gehörte zu den Gemeinden, die bereits vor mehr als einem Jahrzehnt damit begonnen hatten, die Beleuchtung in den Dörfern nachts auszuschalten; angesichts der Kontroverse zog die Gemeinde diese Praxis jedoch zurück.
Der heutige Bürgermeister von Monção und Vorsitzende der Interkommunalen Gemeinschaft (CIM) Alto Minho, António Barbosa, der damals in der Opposition war, stellt klar: „Ich war nie ein Befürworter dieser Politik.“ Er erläutert den anderen Ansatz: „Unsere Strategie war eine andere. Statt abzuschalten, haben wir auf den Austausch durch Energien gesetzt, die mehr Einsparungen bringen – im konkreten Fall LED –, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, erst recht, wenn wir über Gemeinden mit sehr verstreuter Bevölkerung sprechen, damit dieses Unsicherheitsgefühl nicht entsteht.“
Barbosa ergänzt: „Es gibt ältere Menschen, die allein leben und die darunter ohnehin schon leiden. Das Abschalten der Beleuchtung hat viel Unbehagen ausgelöst.“
Petition fordert Bewertung der Auswirkungen
Die Online-Petition, die in Viana do Castelo ein Ende des nächtlichen Blackouts verlangt, begründet dies mit „legitimen Sorgen hinsichtlich der negativen Auswirkungen“ der Abschaltungen in den frühen Morgenstunden – „insbesondere in Bezug auf Sicherheit, Mobilität und Lebensqualität der Bevölkerung“.
Die 760 Unterzeichner vertreten die Ansicht, dass fehlende Straßenbeleuchtung in der Nacht „die Wahrnehmung von Risiko und Unsicherheit erhöht; den Weg von Nachtarbeitern und essenziellen Diensten erschwert; die Verkehrs- und Fussgängersicherheit beeinträchtigt und das Wohlbefinden der Bevölkerung negativ beeinflusst“.
Deshalb verlangen sie die Wiederherstellung der Straßenbeleuchtung in der gesamten Gemeinde oder zumindest in den städtischen Zonen und in Bereichen mit hoher Frequenz. Darüber hinaus fordern sie eine öffentliche Bewertung der Auswirkungen der aktuellen Massnahme sowie die Förderung ausgewogener Lösungen zwischen Energieeffizienz und Sicherheit der Bürger. „Straßenbeleuchtung ist kein Luxus, sie ist ein wesentlicher Dienst und eine grundlegende Säule der Sicherheit und der urbanen Lebensqualität“, insistieren die Petenten in dem Antrag, der an die Präsidenten des Stadtrats und der Stadtverordnetenversammlung von Viana do Castelo gerichtet ist.
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