Wenn der Garten nach Frühling und Sommer langsam an Kraft verliert, rücken einige Gehölze erst richtig in den Fokus: Ihre Kronen leuchten dann in Gold, Rot, Orange und Ocker. Es handelt sich um laubabwerfende Baumarten, die im Winter ihre Blätter verlieren – doch zuvor machen sie den Herbst zu einem echten Farbspiel. Besonders geschätzt werden Acer palmatum, Ginkgo biloba, die Sumpfeiche, Liquidambar und die Esche, weil ihre Herbstfärbung in dieser Jahreszeit besonders intensiv ausfällt.
Warum werden manche Bäume im Herbst so farbenfroh?
Die Färbung verändert sich, weil die Bäume bei kürzeren Tagen und sinkenden Temperaturen weniger Chlorophyll bilden – jenes Pigment, das die Blätter grün erscheinen lässt. Sobald dieses Grün zurückgeht, treten andere Farbtöne hervor, die zuvor überdeckt waren oder sich nun verstärken: Gelb, Orange, Rot sowie Braun.
Dabei geht es nicht nur um Optik. Dieser Ablauf gehört zum natürlichen Jahresrhythmus laubabwerfender Bäume: Sie stellen sich auf Kälte ein, sparen Ressourcen und bereiten sich darauf vor, in der nächsten Wachstumsphase wieder frisches Laub zu bilden.
1. Acer palmatum: filigran, kompakt und ideal für kleine Flächen
Acer palmatum zählt zu den begehrtesten Bäumen für kleine Gärten, Innenhöfe und sogar für grosse Pflanzgefässe. Fachleuten zufolge erreicht er etwa 7 Meter Höhe und einen Durchmesser von rund 7 Metern und bleibt damit deutlich kleiner als klassische Schattenspender. Seine gezähnten Blätter wechseln von Rot zu Rot-Orange; auch die Früchte zeigen häufig eine rosafarbene bis rötliche Tönung.
Wegen seiner zarten Anmutung wird er gern in Gärten mit asiatischer Anmutung eingesetzt. Besonders wirkungsvoll ist er an exponierten Stellen – etwa nahe Wegen, am Wasserspiegel eines Teichs oder an der Terrasse –, wo sich der Farbwechsel aus kurzer Distanz beobachten lässt.
2. Ginkgo biloba: das prägnanteste Gelb im Herbst
Ginkgo biloba fällt sowohl durch seine Geschichte als auch durch seine Farbe auf. Die Art gilt als sehr ursprünglich; ihre Linie reicht über 180 Millionen Jahre zurück. Im fortgeschrittenen Herbst färben sich die fächerförmigen Blätter leuchtend gelb.
Der Baum kann sehr gross werden und etwa 20 Meter Höhe sowie einen Durchmesser von ungefähr 20 Metern erreichen. Wichtig bei der Auswahl: Nach Möglichkeit männliche Exemplare pflanzen, denn weibliche Bäume bilden Samen, die beim Reifen einen starken, unangenehmen Geruch verströmen.
3. Sumpfeiche: intensives Rot und skulpturale Wirkung
Die Sumpfeiche, Quercus palustris, ist ein Baum mit hoher landschaftsgestalterischer Präsenz. Sie wird bis zu 25 Meter hoch und erreicht rund 20 Meter im Durchmesser. Typisch sind die pyramidenförmige Krone und die waagerecht ausladenden Äste, die eine sehr ornamentale Silhouette ergeben. Im Herbst wechseln die Blätter in rötliche bis rot-orange Töne, bevor sie im Winter zu Braun nachdunkeln.
Sie eignet sich besonders für grosse Gärten, Parkanlagen und Bereiche, in denen sie ohne Konflikte mit Gebäuden wachsen kann. Am schönsten wirkt sie dort, wo die Krone genügend Platz hat und vollständig zur Geltung kommt.
4. Liquidambar: viele Farbtöne in einer einzigen Krone
Liquidambar ist für seine wechselnden Herbstfarben bekannt. An ein und demselben Baum können Blätter gleichzeitig in Rot, Weinrot, Orange und Violett erscheinen – ein Effekt, der wie von Hand gemalt wirkt. Im ausgewachsenen Zustand erreicht die Art ungefähr 20 Meter Höhe und etwa 15 Meter im Durchmesser.
So eindrucksvoll er ist, so wichtig ist die Planung: Da Liquidambar kräftige Wurzeln entwickelt, sollte er nicht zu nah an Häusern, Mauern, Gehwegen oder Leitungen stehen. In grosszügigen Gärten gehört er jedoch zu den stärksten Bäumen, um den Beginn der kalten Jahreszeit sichtbar zu markieren.
5. Esche: oft die erste, die den Saisonwechsel ankündigt
Die Esche aus der Gattung Fraxinus ist häufig unter den ersten Bäumen, die den Herbstbeginn erkennen lassen. Ihre gefiederten Blätter nehmen einen gelb-ockerfarbenen Ton an, und die geflügelten Früchte (Samaras) bleiben lange am Baum – teils sogar dann noch, wenn schon ein Teil der Blätter gefallen ist.
Mit mittlerer Grösse – etwa 12 bis 15 Meter Höhe und rund 6 Meter Durchmesser – passt sie gut in grössere Gärten und auch in städtische Bereiche. Die dichte, rundliche Krone spendet im Sommer Schatten und sorgt im Herbst für eine elegante, weniger „explosive“ Farbveränderung als bei Liquidambar oder Acer.
Wie wählen Sie den richtigen Baum für Ihren Garten aus?
Entscheidend ist weniger der Farbton als der Platz, den Sie zur Verfügung haben. Acer palmatum passt zu kleinen Flächen und grossen Kübeln; Ginkgo und Sumpfeiche brauchen weitläufige Gärten; Liquidambar sollte mit Abstand zu Bauwerken gesetzt werden; und die Esche ist eine gute Wahl, wenn Schatten und gelbe Herbstfärbung gefragt sind.
Ein weiterer Punkt: Falllaub ist kein Abfall. Es lässt sich kompostieren oder als natürliche Mulchschicht auf Beeten ausbringen, wodurch der Boden vor Kälte geschützt wird und zugleich organische Substanz in den Garten zurückkehrt. So färbt der Baum nicht nur die Umgebung, sondern unterstützt auch den Kreislauf des eigenen Grünraums.
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