Auf vielen Wohnhausdächern ist die Dachrinne bei Starkregen oft das erste Bauteil, das Schwierigkeiten macht. Undichtigkeiten und Verstopfungen treten häufig plötzlich auf – und nicht immer ist kurzfristig ein Handwerker verfügbar. Wer weiss, wie man eine hausgemachte Abdichtung für verstopfte und undichte Dachrinnen ausführt, kann sich daher behelfen, sofern grundlegende Regeln zu Sicherheit, Untergrundvorbereitung und vorbeugender Pflege eingehalten werden.
Wie lässt sich die undichte Stelle an der Dachrinne finden?
Bevor irgendetwas abgedichtet wird, muss klar sein, wo das Wasser tatsächlich aus der Dachrinne austritt. Nicht selten liegt die Leckstelle eben nicht exakt dort, wo es heruntertropft, sondern ein paar Zentimeter davor – etwa an Stössen, Bögen oder Befestigungspunkten.
Zum Aufspüren hilft oft ein kontrollierter „Regentest“ mit dem Gartenschlauch: Dabei wird der Wasserstrahl abschnittsweise auf einzelne Bereiche gerichtet, während beobachtet wird, an welcher Stelle Wasser seitlich austritt. Ebenso wichtig ist es, ein echtes Leck von einem Überlaufen durch Verstopfung zu unterscheiden.
Wie wird die Oberfläche der Dachrinne vorbereitet und gereinigt?
Ob eine einfache Abdichtung hält, hängt unmittelbar davon ab, wie sauber die Stelle zu Beginn ist. Ist die Oberfläche verschmutzt, feucht oder fettig, haftet das Dichtmittel nicht zuverlässig – und die provisorische Reparatur verliert deutlich an Lebensdauer.
Nachdem ein sicherer Zugang zum Dach gewährleistet ist (stabile Leiter und, falls nötig, persönliche Schutzausrüstung), läuft die Reinigung in der Praxis meist nach diesem Grundschema ab:
- Groben Schmutz entfernen: Laub, Zweige, Tüten und abgelagerter Unrat;
- Bereich um das Leck abbürsten: mit einer festen Bürste, um Erde, Algenbelag und groben Staub zu lösen;
- Mit Wasser abspülen: leichtes Auswaschen, um gelöste Partikel zu entfernen;
- Vollständig trocknen lassen: warten oder mit einem trockenen Tuch nachhelfen, bevor Produkte aufgetragen werden.
Ist bei Metallrinnen bereits Rost sichtbar, verbessert leichtes Anschleifen der betroffenen Stelle die Haftung, weil lose Partien entfernt werden. Je gleichmässiger und glatter die Fläche ist, desto besser fällt das Ergebnis der Abdichtung in der Regel aus.
Welche Materialien und Schritte eignen sich zum Abdichten der Dachrinne?
Welches Produkt gewählt wird, entscheidet wesentlich über die Belastbarkeit der Reparatur. Zu den gut verfügbaren Optionen zählen selbstklebende, wasserdichte Reparaturbänder, Silikon-Dichtstoffe für den Aussenbereich, Polyurethan-Dichtmassen sowie speziell für Dachrinnen angebotene Produkte in Kartuschen oder Eimern.
Sind die Stelle lokalisiert und der Untergrund sauber und trocken, wird zur Reparatur typischerweise eine durchgehende Dichtstoffraupe über Loch oder Riss aufgetragen – dabei einige Zentimeter über den beschädigten Bereich hinausgehen. Bei Klebebändern wird die Länge abgemessen, mit Überstand zugeschnitten und dann kräftig angedrückt, wobei Falten und Luftblasen zu vermeiden sind. In jedem Fall ist die vom Hersteller angegebene Aushärtezeit einzuhalten.
Welche Sicherheits- und Vorsorgemassnahmen sind unverzichtbar?
Arbeiten am Dach erfordern besondere Vorsicht. Nicht bei starkem Wind oder auf nassem Dach arbeiten, die Leiter sicher aufstellen und gut abstützen. Bei grosser Höhe oder schwer zugänglichen Bereichen sollte professionelle Unterstützung ernsthaft in Betracht gezogen werden.
Nach der Abdichtung helfen regelmässige Reinigungen vor und nach Starkregen, neue Undichtigkeiten und Verstopfungen zu vermeiden. Eine kurze Sichtkontrolle alle paar Monate macht es möglich, kleine Schäden früh zu erkennen – zu einem Zeitpunkt, an dem eine einfache Reparatur oft noch ausreicht, um Wände, Bauteile und Innenräume vor unbemerkten Feuchteschäden zu schützen.
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