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Sieben Tipps: So wird die Einrichtung aus sozialen Medien alltagstauglich

Junge Person kniet vor Couchtisch mit Laptop, Buch und Messband in hellem Wohnzimmer.

Soziale Medien haben die Wohneinrichtung zu einer nahezu unerschöpflichen Inspirationsquelle gemacht. Makellose Küchen, minimalistische Wohnzimmer und Schlafzimmer wie aus einem Magazin sammeln unzählige Speicherungen und dienen Menschen, die ihre Räume neu gestalten möchten, als Vorbild. Schwierig wird es jedoch, wenn aus Inspiration bloßes Nachahmen wird.

Was auf dem Bildschirm schön aussieht, muss im eigenen Zuhause nicht zwangsläufig funktionieren. Denn ein Konzept, das zum Alltag einer Person passt, kann mit den Gewohnheiten einer anderen Familie völlig unvereinbar sein. Die Zahl der Bewohner, Kinder oder Haustiere, die Häufigkeit des Kochens und selbst die Menge der aufzubewahrenden Gegenstände beeinflussen die Entscheidungen für jeden Raum unmittelbar.

„Bevor man sich ausschließlich mit der Ästhetik beschäftigt, sollte man verstehen, wie der jeweilige Raum im Alltag genutzt wird. Das Zuhause muss zum Tagesablauf seiner Bewohner passen. Eine Referenz kann ein Ausgangspunkt sein, muss aber an die Gegebenheiten jedes Raums und jeder Familie angepasst werden“, erklärt Nayara Giroleti, Einrichtungsexpertin und Produktdesignerin bei Madesa, einem Möbelhersteller aus Brasilien.

Für alle, die eine Umgestaltung ihres Zuhauses planen, nennt die Expertin sieben Punkte, die beachtet werden sollten, wenn Räume aus dem Internet nachgestaltet werden, ohne den eigenen Alltag einzubeziehen.

1. Wählen Sie Möbel nach Ihrem Geschmack, achten Sie aber auf die Maße

Ein Sofa, ein Schrank oder eine Küchenzeile kann auf einem Bild gut proportioniert wirken, in einem kleineren Raum jedoch fast den gesamten Platz einnehmen. Vor dem Kauf sollten daher Wände, Öffnungen wie Türen und Fenster sowie die Laufwege ausgemessen werden. Es kann außerdem helfen, die Fläche des Möbelstücks auf dem Boden zu markieren. Mit diesem einfachen Trick lässt sich erkennen, ob genügend Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.

2. Setzen Sie auf Möbel, die zu Ihrem Alltag passen

Vollkommen freie Arbeitsplatten und nur wenige Schränke machen sich auf Fotos gut. Im Alltag brauchen Menschen, die täglich kochen, Kinder haben oder viele Küchenutensilien besitzen, jedoch ausreichend Stauraum und Ordnungsmöglichkeiten. Wer eine minimalistische Küche kopiert, ohne Aufbewahrungsmöglichkeiten einzuplanen, riskiert, dass sich dort schon wenige Tage nach dem Einzug verstreute Gegenstände ansammeln.

3. Verbinden Sie Schönheit mit Funktionalität

Auch Oberflächen, Materialien und Zusammenstellungen sollten danach ausgewählt werden, wie viel Zeit für die Pflege des Zuhauses zur Verfügung steht. Räume, die dauerhaftes Aufräumen oder häufige Wartung erfordern, können für Menschen, die den ganzen Tag außer Haus sind, schnell unpraktisch werden. Die Einrichtung sollte den Alltag erleichtern und nicht einen weiteren Punkt auf der Aufgabenliste schaffen.

4. Berücksichtigen Sie, wer den Raum tatsächlich nutzt

Ein Wohnzimmer, das für Besuche von Freunden vorgesehen ist, stellt andere Anforderungen als eines, das täglich zum Fernsehen genutzt wird. Das gilt ebenso für Küchen, Schlafzimmer und Arbeitszimmer. Bevor eine Referenz übernommen wird, sollte geprüft werden, wer den Raum nutzt, wie oft dies geschieht und welchen Aktivitäten er dient.

5. Beachten Sie die Ästhetik, verzichten Sie aber nicht auf Stauraum

Geschlossene Schränke stehen auf Inspirationsfotos nicht immer im Mittelpunkt, sind für die Organisation jedoch wichtige Helfer. Wer Stauraum nur reduziert, um einen luftigeren Look nachzubilden, kann damit das Gegenteil erreichen: Gegenstände ohne festen Platz und Räume, die optisch überladen wirken.

6. Gestalten Sie Ihren perfekten Raum in Ihrem eigenen Tempo

Der Wunsch, das Zuhause möglichst schnell fertig eingerichtet zu sehen, kann zu spontanen Käufen führen. Das belastet nicht nur das Budget, sondern erhöht auch das Risiko, Möbel und Einrichtungsgegenstände zu kaufen, die im Alltag nicht zusammenpassen. Werden Räume schrittweise eingerichtet, lassen sich die Bedürfnisse des Zuhauses besser verstehen und passendere Entscheidungen treffen.

Eine Möglichkeit besteht darin, zunächst die wesentlichen Module anzuschaffen und weitere Elemente nach und nach zu ergänzen, sobald sich der Alltag einspielt und die Planung voranschreitet. So verteilen sich die Kosten über einen längeren Zeitraum, und jede Anschaffung fügt sich in das Gesamtkonzept ein, wodurch Verschwendung vermieden wird.

7. Das Zuhause verändert sich mit seinen Bewohnern

Der Alltag bleibt nicht unverändert. Ein Homeoffice kann hinzukommen, die Familie kann wachsen, und neue Gewohnheiten verändern die Nutzung der Räume. Funktionale Möbel und Lösungen, mit denen sich Bereiche neu organisieren lassen, helfen dem Zuhause deshalb, diese Veränderungen mitzugehen.

„Ein funktionales Zuhause muss nicht auf Ästhetik verzichten. Das Gleichgewicht entsteht, wenn man die Referenzen erkennt, die zum Stil der Bewohner passen, und sie an die Anforderungen des Alltags anpasst. Letztlich ist nicht der Raum am besten, der das schönste Foto liefert, sondern der, der funktioniert, wenn die Kamera ausgeschaltet ist“, ergänzt Nayara Giroleti.

Von Amanda Martins

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