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Test: Nuki KeyPad 2 NFC im Alltag

Hand führt Schlüssel in modernes elektronisches Türschloss mit Zahlenfeld in wohnlicher Umgebung ein

Den Nuki KeyPad 2 NFC habe ich ausprobiert: eine Abwandlung des Vorgängers, bei der sich die Tür auch per NFC öffnen lässt – im einfachsten Fall, indem man das Smartphone kurz an das Tastenfeld hält. Das ist kein riesiger Sprung nach vorn, trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf das Gerät.

Als ich 2025 die Nuki Smart Lock Pro getestet habe, endete mein Fazit mit einer Wunschliste für die nächste Generation: „man kann auf den Einsatz von Ultra-Wideband […] und ein Äquivalent zu Tap to Unlock für Android-Smartphones hoffen“. Das war im Nachhinein erstaunlich treffsicher. Am 26. Februar 2026 hat die Connectivity Standards Alliance nämlich Aliro vorgestellt – einen standardisierten Smart-Home-Standard für digitale Schlüssel, der das NFC-Entsperren von Türen absichern soll. Nur einen Monat später kündigte Nuki das KeyPad 2 NFC an, das genau diese Technologie ausnutzt.

Eine Revolution ist das KeyPad 2 NFC nicht: Im Kern ist es eine Überarbeitung des 2022er-Modells, ergänzt um NFC. In Verbindung mit einem Nuki-Smart-Lock kann man die Haustür per Zahlencode, per Fingerabdruck oder eben via NFC öffnen. Als Zusatzmodul verleiht es einer ganz normalen Eingangstür damit spürbar mehr Optionen.

Wichtig ist dabei: Es handelt sich um ein Zubehörteil für 179 € – und es funktioniert ausschließlich mit einem Nuki-Smart-Lock. Mit einem Schloss einer anderen Marke lässt es sich nicht betreiben (auch wenn es je nach Hersteller ähnliche KeyPads geben kann).

Ein Gehäuse, das (zu) leicht zu montieren ist

Wie bei Nuki üblich ist alles darauf ausgelegt, dass wirklich jede und jeder das KeyPad installieren kann – egal ob Eigentümerin, Mieter, Profi aus dem Baugewerbe oder Hobby-Heimwerker. Die Montage ist schnell erklärt: Fläche reinigen, die 3M-Klebefolie abziehen, das KeyPad kräftig an den Türrahmen drücken (nicht zu weit weg vom Schloss, da die Kommunikation per Bluetooth läuft) – fertig. Kein Bohren, kein Stromanschluss, keine Spezialwerkzeuge. Die rückseitige Montageplatte sitzt danach fest an der Tür; wer möchte, kann das Ganze zusätzlich mit zwei Schrauben sichern.

Das eigentliche KeyPad wird anschließend auf diese Platte geschoben. Dadurch ist es selbst nicht „fest“ gesichert. Das hat zwei Seiten: Praktisch ist, dass man es zum Einrichten oder für den Batteriewechsel leicht abnehmen kann (4x AAA sind dabei; die Laufzeit gibt Nuki mit 12 Monaten an). Auf der anderen Seite sitzt es an einem gut zugänglichen Ort – theoretisch kann es also auch jemand entwenden.

In einem Mehrfamilienhaus ist es dennoch eher unwahrscheinlich, dass ein Nachbar das Tastenfeld klaut, um es am nächsten Tag bei sich anzubringen – das wäre kaum unauffällig. Zusätzlich verspricht Nuki, das Gerät bei Diebstahl gegen Vorlage einer Anzeigenkopie kostenlos zu ersetzen. Das sorgt für ein gutes Stück Beruhigung.

Das Gehäuse wird in Europa gefertigt, besteht allerdings aus Kunststoff. Der erste Eindruck ist robust, zertifiziert ist es aber „nur“ nach IP54 – also geschützt gegen Staub in schädigender Menge und gegen Spritzwasser. Für den Außeneinsatz bedeutet das: Wetter sollte es grundsätzlich aushalten, aber eben ohne Anspruch auf vollständige Wasserdichtigkeit.

Die Inbetriebnahme gelingt dann nahezu selbsterklärend. Die Nuki-App führt Schritt für Schritt durch das Hinzufügen des Zubehörs ins eigene System – in wenigen Minuten ist alles eingerichtet. Man legt einen Code fest, scannt den Fingerabdruck wie bei einem neuen Smartphone ein, und schon ist das KeyPad einsatzbereit.

Am meisten Zeit kostet womöglich die Wahl eines passenden Codes – und das hat einen simplen Grund: Die Tasten reichen von 1 bis 9, eine 0 gibt es nicht. Damit sind typische Geburtstags-Kombinationen fast unmöglich, was laut Nuki auch ein Grund dafür ist, diese Option gar nicht erst anzubieten. Man muss sich also eine Zahlenfolge überlegen, die man sich merken kann, die aber nicht allzu leicht zu erraten ist.

Sicherheitsfunktionen auf dem erwarteten Niveau

Bei Nuki bezahlt man nicht nur Hardware, sondern vor allem das Sicherheits-Know-how dahinter. Niemand möchte, dass Unbefugte die Wohnung betreten – und ebenso wenig will man, dass biometrische Daten irgendwo unkontrolliert landen.

Die eingesetzten Protokolle zielen auf hohe Sicherheitsstandards ab. Fingerabdrücke werden zum Beispiel lokal auf dem KeyPad gespeichert – selbstverständlich verschlüsselt. Aliro, die große Neuerung dieses Modells, setzt auf moderne kryptografische Verfahren; der private Schlüssel wird dabei verschlüsselt lokal auf dem Smartphone abgelegt. Wer eine Matter-Bridge besitzt (Apple TV oder Samsung Hub), kann den Schlüssel sogar direkt im Apple/Google Wallet hinterlegen und kommt ohne die Nuki-App aus.

Auch beim PIN-Code gibt es handfeste Zahlen: Sechs Ziffern aus dem Bereich 1 bis 9 ergeben mehr als 500.000 Kombinationen. Und weil das KeyPad nach fünf Fehlversuchen für mehrere Minuten in einen Schutzmodus wechselt, würde ein lückenloser Durchprobier-Marathon ungefähr ein Jahr dauern – oder es bräuchte schlicht sehr viel Glück. Klarer Tipp: keinen allzu simplen Code wie 111111 oder 123456 wählen.

Ein Smart-Lock-Problem, das sich nebenbei erledigt

Unerwartet hat das KeyPad bei mir außerdem eine Schwachstelle der Smart Lock im Alltag abgefedert. Manchmal sitzt meine Tür nicht perfekt in den Aussparungen der Dreipunktverriegelung. Wenn ich beim Rausgehen nicht kräftig genug zuziehe, stehen die Riegel nicht optimal – und der Verriegelungsvorgang wird nicht sauber abgeschlossen.

Dadurch kann ich mich nicht vollständig auf die automatische Verriegelung verlassen, ohne das Risiko einzugehen, unterwegs eine Benachrichtigung zu bekommen, dass die Tür doch nicht abgeschlossen ist. Also verriegele ich beim Verlassen manuell – per Smartphone oder per Smartwatch. Das Problem: Ich muss dafür trotzdem erst das richtige Widget oder den passenden Button finden, manchmal sogar erst das Handy aus der Tasche holen.

Nach der Montage des KeyPad 2 NFC habe ich mich dann zunächst über Nuki geärgert, weil mir ein zusätzlicher „Ein-Klick-Zu“-Button am Gerät fehlte. Erst nach einigen Tagen fiel mir auf: Genau das übernimmt die Taste mit dem Pfeilsymbol (und diese Funktion wird bei der Einrichtung auch erklärt). Wer so zerstreut ist wie ich, kann das trotzdem leicht übersehen.

Eine echte Veränderung im Alltag?

Es gibt mehrere Szenarien, in denen sich ein KeyPad gut begründen lässt. Etwa wenn Kinder noch kein Smartphone haben und man Angst hat, dass Schlüssel verloren gehen. Oder wenn man die Wohnung regelmäßig vermietet bzw. über Haustausch-Plattformen anbietet: Dann ist ein Zugang per Code, Bluetooth oder NFC eine bequeme Möglichkeit, sich auf unterschiedliche Nutzerinnen und Nutzer einzustellen.

Genau darin liegt die Stärke dieses KeyPads: maximale Flexibilität. Insgesamt lassen sich bis zu 20 Fingerabdrücke, 35 virtuelle Schlüssel und 200 Zugangscodes hinterlegen.

Trotzdem gilt: Wer bereits ein kompatibles Smart Lock (4. oder 5. Generation) nutzt, wird im täglichen Betrieb nicht zwangsläufig einen Aha-Effekt erleben. In meinem Test wurde das Zubehör in den meisten Situationen schlicht überflüssig. Mit aktiviertem Auto Unlock auf dem Smartphone öffnet sich die Tür meist schon, bevor ich überhaupt vor der Wohnungstür stehe. Dann muss ich weder einen Code eintippen, noch den Finger auflegen, noch das Telefon ans KeyPad halten.

Die Person, mit der ich zusammenlebe, sieht das anders. Da sie Standortdienste und Bluetooth am Handy oft deaktiviert, funktioniert Auto Unlock bei ihr nicht. Für sie ist das Öffnen per Fingerabdruck – ohne das Smartphone suchen zu müssen – tatsächlich schneller und angenehmer. NFC nutzt sie jedoch nicht, weil sie dafür trotzdem das Handy hervorholen müsste, gerade wenn die Hände voll sind.

Unterm Strich bleibt: Indem Nuki so viele Öffnungswege anbietet, ist das KeyPad 2 NFC besonders für Haushalte interessant, die regelmäßig Externe hereinlassen. Reinigungskräfte, Vermietungen, Handwerker, Familie – jede Person kann einen eigenen NFC-Schlüssel, einen Code und/oder einen gespeicherten Fingerabdruck erhalten. In der App lassen sich zudem präzise Zeitfenster für den Zutritt definieren, und es gibt ein Protokoll der Nutzung.

Bei der Performance gibt es wenig zu meckern: Die Reaktionszeit ist gut. Im Schnitt dauert es etwa ein bis zwei Sekunden, bis die Tür per Fingerabdruck oder NFC öffnet. Das ist schneller, als erst den Schlüsselbund herauszuholen und mechanisch aufzuschließen.

Was noch besser werden sollte

Auch wenn der Eindruck insgesamt positiv ist, sehe ich zwei Punkte, die ein nächstes KeyPad dringend verbessern könnte. Erstens fehlt eine Hintergrundbeleuchtung. Mein Treppenhaus ist zwar hell, aber das Gerät kann genauso gut in einem dunkleren Eingangsbereich hängen – und dann wird das Eintippen eines Codes unnötig fummelig.

Zweitens wäre ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor ein echtes Upgrade. Im aktuellen Zustand wird der Sensor deutlich unzuverlässiger und langsamer, wenn der Finger nass oder stark verschmutzt ist. Dann bleiben zwar Code und NFC als Alternativen – trotzdem ist das verschenktes Potenzial.

Zur Batterielaufzeit konnten wir nur zwei Wochen testen. Der Status blieb in dieser Zeit auf „ausreichend geladen“, genauso wie direkt nach der Einrichtung. Eine feinere Abstufung wäre wünschenswert, ist mit klassischen Batterien aber schwer sauber umzusetzen – vielleicht zumindest als grobe Näherung?

Die Einschätzung von Presse-citron zum Nuki KeyPad 2 NFC

Wer in einer Art WG oder einem Haushalt mit ständig wechselnden Personen lebt, bekommt mit dem Nuki KeyPad 2 NFC eine sehr sinnvolle Ergänzung für die Tür. Es kann kleine Aussetzer von Auto Unlock auffangen und bietet Bewohnern wie Gästen eine Öffnungsmethode, die zu ihren (und Ihren) Gewohnheiten passt.

Der Haken bleibt der Preis. 179 € sind 20 € mehr als beim Modell ohne NFC – und dieses war bereits doppelt so teuer wie die erste Generation. Rechnet man dann noch das Schloss hinzu (269 € für die Smart Lock Pro, 349 € für die Smart Lock Ultra), wird daraus schnell ein spürbares Budget, das viele Haushalte nicht einfach so einplanen.

Wer häufig vermietet oder eine große Familie hat – und das nötige Budget – kann das KeyPad 2 NFC als rundes Gesamtpaket betrachten, das Funktionen ergänzt und Reibung im Alltag reduziert. In allen anderen Fällen dürfte der Preis zu schwer wiegen, um den Kauf wirklich zu rechtfertigen.

Nuki KeyPad 2 NFC

Preis: 179 €

Gesamtnote

8.5/10

Das gefällt uns

  • Die Vielseitigkeit der Öffnungsoptionen
  • Montage in wenigen Minuten
  • Die umfassende Nuki-App
  • Reaktionsschneller Fingerabdrucksensor (bei trockenem Finger)

Das gefällt uns weniger

  • Keine Hintergrundbeleuchtung
  • Fingerabdrucksensor schwächelt bei nassem Finger
  • Wasserfestigkeit des Gehäuses auf Spritzwasser begrenzt
  • Der Preis

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