Den Balkon mit dem Schlauch reinigen wirkt wie die schnellste Methode, Staub und Schmutz wegzuspülen – kann aber Oberflächen schaden, die in der mediterranen Sonne stark aufgeheizt sind. Kaltes Wasser sorgt für einen abrupten Temperaturwechsel, der Wasserstrahl drückt zudem Feuchtigkeit in Fugen und feine Risse. Ausserdem wird dabei meist mehr Wasser verbraucht als bei einer punktuellen Reinigung.
Warum kann ein Schlauch dem Balkonboden schaden?
In den Stunden mit der stärksten Sonneneinstrahlung nehmen Keramik, Naturstein, Mörtel und Estrich Wärme auf und dehnen sich aus. Trifft dann plötzlich deutlich kälteres Wasser in grösserer Menge auf die Fläche, ziehen sich die Materialien unterschiedlich schnell zusammen. Dadurch entstehen Spannungen – besonders bei älteren Belägen, schlecht verlegten Platten oder bereits angegriffenen Fugen. Wie wichtig dieses Thema ist, zeigt auch, dass es einen eigenen Prüftest gibt, mit dem die Beständigkeit keramischer Beläge gegen Thermoschock beurteilt wird.
- Durch schnelle Temperaturwechsel können Mikrorisse entstehen oder sich vergrössern;
- ausgetrocknete Fugenmassen können an Haftung verlieren und zu bröseln beginnen;
- schlecht verklebte oder hohl liegende Platten können sich nach und nach lösen;
- Wasser kann über Schwachstellen in der Abdichtung eindringen;
- ein harter Strahl kann Schmutz in Abläufe und in darunterliegende Wohnungen spülen.
Liegt das Problem am Wasser oder am Zeitpunkt der Reinigung?
Wasser an sich ruiniert einen für Aussenbereiche ausgelegten Balkon nicht automatisch. Kritisch wird es vor allem dann, wenn ein sehr heisser Boden mit viel kaltem Wasser „abgeschreckt“ wird – typischerweise rund um die Mittagszeit oder zu Beginn des Nachmittags. Eine verbreitete Vorsichtsmassnahme bei der Reinigung griechischer Balkone ist deshalb, direkte Wasserstrahlen zu vermeiden, solange der Belag in der prallen Sonne steht.
Eine feuchte Reinigung ist dagegen am frühen Morgen oder erst nach dem Abkühlen der Fläche möglich – vorausgesetzt, das Wasser kann sauber ablaufen und gelangt nicht zu Nachbarobjekten. Selbst zu diesen Zeiten lassen sich mit Eimer, Tuch und Wischmopp Menge und Richtung deutlich besser steuern als mit einem dauerhaft aufgedrehten Schlauch.
Welche Anzeichen deuten darauf hin, dass der Belag bereits beschädigt ist?
Ein Thermoschock führt selten dazu, dass nach einem einzigen Waschgang sofort ein klar sichtbarer Defekt entsteht. Typischerweise zeigen sich Schäden schrittweise – vor allem, wenn schon zuvor Probleme bei der Verlegung, bei der Abdichtung oder an Bewegungsfugen vorhanden waren.
- Hohler Klang, wenn man eine Platte leicht abklopft;
- Fugen, die rissig sind, nachdunkeln oder kleine Stückchen verlieren;
- Kanten von Keramik oder Stein, die sich minimal anheben;
- Feuchteflecken an der Decke der darunterliegenden Wohnung;
- stehendes Wasser in Bereichen ohne ausreichenden Ablauf;
- gerissene Teile nach Phasen starker Hitze.
Wie lässt sich der Balkon reinigen, ohne einen starken Wasserstrahl zu benutzen?
Zuerst Staub, Blätter und Sand zusammenkehren oder absaugen. Anschliessend eine kleine Menge pH-neutrales Spülmittel in einem Eimer Wasser verdünnen und die Lösung mit Tuch, Mopp oder einer zum Belag passenden Bürste auftragen. Sinnvoll ist es, abschnittsweise zu arbeiten, statt den gesamten Boden zu durchnässen.
Den Schaum danach mit einem feuchten Tuch oder mit wenig Wasser aufnehmen und die Flüssigkeit gezielt zum Ablauf führen, ohne Pfützen stehen zu lassen. Sehr saure Mittel, Scheuerprodukte oder stark konzentrierter Chlorreiniger können Naturstein verfärben, Fugen stärker abnutzen und Pflanzen schädigen. Ausserdem hängt die richtige Vorgehensweise vom Material ab, denn Marmor, Keramik, Feinsteinzeug und geglätteter Zement benötigen jeweils unterschiedliche Pflege.
Gibt es in ganz Griechenland ein Verbot, Balkone mit dem Schlauch zu waschen?
Eine einheitliche landesweite Regel, die das Waschen aller griechischen Balkone mit dem Schlauch dauerhaft verbietet, gibt es nicht. Die Empfehlung basiert vielmehr auf dem Schutz der Beläge, dem rücksichtsvollen Zusammenleben in Mehrparteienhäusern und dem sparsamen Umgang mit Wasser. In Trockenperioden verhängen manche Orte zeitlich begrenzte Einschränkungen gegen unnötigen Verbrauch von Trinkwasser – etwa für Innenhöfe, Strassen, Gehwege und Fahrzeuge.
Darum ist es am sichersten, die Oberfläche erst abkühlen zu lassen und auf eine Reinigung ohne Verschwendung zu setzen, bei der die Wassermenge kontrolliert bleibt. So wird vermieden, dass Wasser auf Personen oder darunterliegende Wohnungen gelangt; zugleich werden hitzebelastete Beläge geschont und der Verbrauch in Regionen mit langen, trockenen Sommern reduziert.
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