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Querlüftung bei Hitzewelle: So bleiben Wohnungen ohne Klimaanlage kühler

Person steht barfuß am offenen Balkon mit Blick auf das Meer in einem hellen, gemütlichen Wohnzimmer.

Wenn die Temperaturen schon ab Mai auf Rekordniveau klettern, verfügen manche Haushalte dennoch über keine Klimaanlage. Zum Glück lässt sich einiges von früheren Generationen übernehmen – denn unsere Vorfahren wussten auch ohne Klimagerät, wie man sich selbst unter extremen Bedingungen abkühlt.

In bestimmten Gegenden gehört eine Klimaanlage fast schon zur Standardausstattung. Das gilt jedoch längst nicht überall. In der nördlichen Hälfte Frankreichs wird eher in Heizsysteme investiert, um die langen Wintermonate gut zu überstehen. Kommt dann eine Hitzewelle, wird das Abkühlen in den eigenen vier Wänden schnell zur Herausforderung.

„Wie haben unsere Grosseltern ohne Klimaanlage gelebt?“ Diese Frage haben sich in den letzten Tagen vermutlich viele Französinnen und Franzosen gestellt, als die Temperaturen landesweit neue Höchstwerte erreichten. Auch wenn Hitzewellen heute häufiger auftreten, haben die Älteren weiterhin praxistaugliche Hinweise parat.

Die Kraft der Querlüftung

Zu den überlieferten Tricks zählt die Querlüftung (Ventilation croisée) – vermutlich eine der wirksamsten und zugleich am einfachsten umsetzbaren Methoden. Dabei wird die Lüftung so organisiert, dass ein natürlicher Luftstrom durch die Räume entsteht. Auf diese Weise wird stehende Warmluft durch eine kühlere Brise ersetzt. Früher wurde sogar beim Hausbau darauf geachtet: Öffnungen wurden gezielt an gegenüberliegenden oder rechtwinklig zueinander liegenden Fassaden platziert, damit die Luft besser zirkulieren kann.

Querlüftung richtig anwenden: drei Grundregeln

Praktisch beruht diese Vorgehensweise auf drei zentralen Prinzipien:

  • Abends weit öffnen: Öffnen Sie am Abend die gegenüberliegenden oder versetzt liegenden Fenster möglichst weit, damit die kühlere Nachtluft durchziehen und die tagsüber gespeicherte Wärme „hinausspülen“ kann.
  • Morgens konsequent schliessen: Schliessen Sie bereits am Morgen Fenster und Läden beziehungsweise Rollläden auf der Sonnenseite, damit die Hitze gar nicht erst ins Innere gelangt.
  • Nur schattige Öffnungen offen lassen: Lassen Sie lediglich ein paar Öffnungen auf der Schattenseite geöffnet, um eine sanfte Luftbewegung zu erhalten, ohne heisse Luft aktiv ins Haus zu ziehen.

Gewohnheiten aus mediterranen Dörfern

In mediterranen Ortschaften lassen sich diese Morgenrituale vielerorts noch beobachten: Vorhänge zugezogen, Fensterläden nur leicht geöffnet, die Räume bis zum Abend in gedämpftes Licht getaucht. Angesichts zunehmend häufiger Hitzewellen erweist sich diese alte Gewohnheit weiterhin als erstaunlich sinnvoll.

Warum funktioniert das immer noch?

Der Kern der Querlüftung ist, Temperaturunterschiede und natürliche Luftdruckunterschiede zwischen draussen und drinnen geschickt zu nutzen. Die nächtliche Kühle senkt die Temperatur von Wänden und Böden, die diese Kälte speichern und tagsüber wieder abgeben. Dadurch steigt die Raumtemperatur langsamer. Umgekehrt bleibt heisse Luft draussen, wenn Öffnungen auf der Sonnenseite geschlossen bleiben.

Wenn die Nacht nicht mehr abkühlt

Während Behörden Klimaanlagen aus wirtschaftlichen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen zunehmend kritisch betrachten, können solche Techniken als interessante Alternativen gelten. Allerdings erreichen Hitzewellen teils ein Niveau, bei dem selbst die Nacht keine echte Erholung mehr bringt und Wohnungen kaum noch abkühlen. Im Süden Frankreichs fielen die Temperaturen mitten in der Nacht nicht unter 30 Grad. Ohne Klimaanlage ist es dann schwer, nicht unter der Hitze zu leiden.

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