Kleine Risse in Keramikfliesen und Wandfliesen machen nicht in jedem Fall einen sofortigen Austausch notwendig. Ist der Riss nur oberflächlich und sitzt der Belag weiterhin fest, lässt sich die Öffnung mit einer geeigneten Reparaturmasse für Keramik füllen und farblich an die Oberfläche anpassen. Entscheidend sind eine gründliche Reinigung, ein bündig ausgeführter Auftrag und eine sparsame Menge Material, denn zu viel Masse lässt die Ausbesserung stärker hervortreten.
Warum bekommen Wandfliesen und Keramikfliesen Risse?
Risse können durch Stöße, Bewegungen im Belag oder Fehler bei der Verlegung entstehen. Befindet sich beispielsweise zu wenig Kleber hinter einer Fliese, bleiben möglicherweise Hohlstellen zurück, die bei Druck stärker belastet werden. Fehlende geeignete Fugen sowie temperaturbedingte Bewegungen können das Problem ebenfalls begünstigen.
Bevor die sichtbare Stelle kaschiert wird, sollte geprüft werden, ob die Fliese noch fest sitzt. Ein feiner, stabiler Riss ist anders zu bewerten als eine Keramikfliese, die sich bewegt, auf einem grossen Teil der Fläche hohl klingt oder deren Riss weiter aufgeht.
- Direkte Stösse können kleine Risse verursachen;
- Klebefehler hinterlassen Bereiche mit geringerer Abstützung;
- Bewegungen des Untergrunds können Spannungen auf den Belag übertragen;
- Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen können die Schädigung fördern;
- Risse, die sich wiederholt vergrössern, zeigen, dass die Ursache untersucht werden muss.
Was ist der Trick, um einen Riss ohne Austausch der Fliese zu füllen?
Die Lösung besteht darin, eine für Keramik geeignete Reparaturmasse oder Reparaturpaste zu verwenden. Zunächst muss der Bereich vollständig sauber sein und darf weder Fett, Staub, Seifenreste noch Ablagerungen aufweisen. Anschliessend wird die Masse mit einem kleinen Spachtel in den Riss gedrückt und geglättet, bis sie nahezu bündig mit dem Belag abschliesst.
Wie wird die Ausbesserung nach dem Trocknen der Masse weniger sichtbar?
Das Material muss so lange trocknen, wie es der Hersteller vorgibt; je nach Zusammensetzung kann das etwa 24 Stunden dauern. Erst nach dieser Aushärtung lassen sich kleine Unebenheiten mit feinem Schleifpapier beseitigen, sofern dieses für das Material geeignet ist und nur auf der reparierten Stelle eingesetzt wird.
Weicht die Farbe der Masse von der Keramik ab, kann mit einem feinen Pinsel eine geringe Menge passenden Lacks oder geeigneter Farbe aufgetragen werden. Es geht nicht darum, die gesamte Fliese zu überstreichen, sondern die Reparatur an Farbton und Glanz der vorhandenen Oberfläche anzugleichen.
- Den Riss vollständig reinigen und trocknen;
- nur die erforderliche Menge Reparaturmasse auftragen;
- überschüssiges Material entfernen, bevor es aushärtet;
- vor dem Schleifen die vollständige Aushärtung abwarten;
- für die farbliche Ausbesserung einen kleinen Pinsel verwenden;
- den Farbton vor dem endgültigen Finish an einer unauffälligen Stelle testen.
Wann ist der Riss für diese Reparaturmethode zu gross?
Ist die Keramikfliese gebrochen, weist sie lose Teile auf oder verläuft ein breiter Riss durch die gesamte Fliese, bleibt das alleinige Füllen der Öffnung meist eine sichtbare und vorübergehende Lösung. In diesem Fall ist der Austausch des Belags in der Regel sinnvoller. Das gilt ebenso, wenn der Riss nach der Reparatur erneut erscheint – ein Hinweis auf mögliche Bewegungen oder fehlende Abstützung hinter der Fliese.
- Fliesen mit losen oder abgebrochenen Teilen austauschen;
- Keramikfliesen untersuchen, die sich bei Druck bewegen;
- Undichtigkeiten nicht ausschliesslich mit Reparaturmasse verdecken;
- prüfen, ob auch angrenzende Fliesen Risse zeigen;
- bei Problemen im Untergrund zunächst die Ursache beheben, bevor eine neue Fliese verlegt wird.
Ein sauberes Finish beginnt vor dem Auftragen der Reparaturmasse
Wie unauffällig das Ergebnis wird, hängt vor allem von der Vorbereitung ab. Staub und Fett beeinträchtigen die Haftung, während eine zu dicke Schicht eine Erhöhung erzeugt, die selbst nach dem Überstreichen sichtbar bleibt. Wer nur innerhalb des Risses in der Wandfliese arbeitet, sorgfältig bündig glättet und die Trocknungszeit einhält, erhöht deutlich die Chance, dass sich die Ausbesserung in die übrige Oberfläche einfügt.
Diese Methode eignet sich vor allem für kleine, stabile Risse und nicht dazu, strukturelle Probleme des Belags zu verdecken. Sitzt die Fliese weiterhin fest, können passende Reparaturmasse, feines Schleifpapier und eine farbliche Ausbesserung den sofortigen Austausch vermeiden. Bei umfangreichen Brüchen, Bewegungen oder Undichtigkeiten ist es jedoch dauerhafter, die Keramikfliese zu ersetzen und die Ursache des Schadens zu beseitigen, statt die Stelle lediglich abzudecken.
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