Eine von Feuchtigkeit betroffene Wand sollte weder gespachtelt noch gestrichen werden, bevor die Ursache des Problems festgestellt und beseitigt wurde. Zunächst muss die Fläche saniert werden: Den Wassereintritt stoppen, die Wand vollständig trocknen lassen und bereits lose Farbe, Putz oder Spachtelmasse entfernen. Wer den Fleck einfach überdeckt, erhält meist nur kurzfristig ein ansprechendes Ergebnis – Blasen, Abplatzungen und Verfärbungen treten dann erneut auf.
Was bedeutet die Sanierung einer feuchten Wand?
Eine Sanierung bedeutet, alle Materialien zu entfernen, die nach der Beseitigung der Feuchteursache ihre Haftung verloren haben oder durch Wasser beschädigt wurden. Mit einem Spachtel lassen sich aufgequollene Farbschichten, lose Spachtelmasse und brüchige Bereiche des Putzes abtragen, bis ein fester Untergrund erreicht ist. Es geht dabei nicht darum, die Wand wahllos aufzubrechen, sondern ausschließlich Materialien zu entfernen, die keine tragfähige Basis für die Instandsetzung mehr bilden.
Vor diesem Arbeitsschritt sollte jedoch geklärt werden, woher das Wasser stammt.
- Rohrleitungsleckagen vor der Reparatur des Oberflächenaufbaus beheben;
- Feuchtigkeitseintritt über Fassaden, Dächer oder Fenster prüfen;
- Beobachten, ob der Fleck nur während Regenperioden auftritt;
- Bei Schäden nahe dem Boden auf aufsteigende Feuchtigkeit untersuchen;
- Die Wand trocknen lassen, bevor neue Beschichtungen aufgetragen werden.
Warum scheitert das Streichen direkt über dem Fleck häufig?
Neue Farbe kann die Haftung einer alten Schicht nicht wiederherstellen, wenn diese bereits kreidet, aufgequollen oder abgelöst ist. Selbst wenn der Farbauftrag den Fleck zunächst verdeckt, können Wasser oder im Material enthaltene Salze weiterhin an die Oberfläche wandern und neue Blasen, Abplatzungen oder Farbtonunterschiede verursachen.
Wie wird die Oberfläche vorbereitet, nachdem die Feuchteursache behoben wurde?
Sobald beschädigte Materialien entfernt wurden und die Wand getrocknet ist, müssen Staub beseitigt und Unebenheiten geprüft werden. Löcher sowie Stellen, an denen Putz entfernt wurde, können je nach Wandart und Raum eine Ausbesserung mit Mörtel, Gips oder einer geeigneten Spachtelmasse erfordern. Dünnere Aufträge in zwei Arbeitsgängen erleichtern in der Regel das Egalisieren und verringern Unebenheiten.
Nach dem Trocknen der Ausbesserung sollte die Fläche geschliffen werden, damit vor dem Auftrag einer zur Wand und zur gewählten Farbe passenden Grundierung oder Versiegelung ein gleichmäßiger Untergrund entsteht.
- Sämtliches nicht mehr haftendes Material entfernen;
- Staub von der Oberfläche abbürsten oder abwischen;
- Vertiefungen mit einem für den Untergrund geeigneten Produkt ausbessern;
- Jede Schicht entsprechend den Herstellerangaben trocknen lassen;
- Erst schleifen, wenn die Ausbesserung vollständig ausgehärtet ist;
- Eine Grundierung, Versiegelung oder einen Haftvermittler verwenden, der zum Zustand der Wand passt.
Woran lassen sich Undichtigkeit, Kondensation oder kapillar aufsteigende Feuchtigkeit erkennen?
Die Position des Flecks liefert wichtige Hinweise. Undichtigkeiten zeigen sich häufig in der Nähe von Fassaden, Dächern, Rohrleitungen oder Bereichen, die dem Regen ausgesetzt sind. Kondensation tritt eher auf kalten Oberflächen in Badezimmern, Küchen und schlecht belüfteten Schlafzimmern auf und kann mit Schimmel einhergehen. Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit beginnt dagegen gewöhnlich im unteren Wandbereich, weil Bodenwasser durch die Poren der Baustoffe nach oben steigen kann.
- Flecken, die nach Regen stärker werden, deuten auf äußere Undichtigkeiten hin;
- Schimmel in kalten Ecken kann mit Kondensation zusammenhängen;
- Verfärbungen und Salzausblühungen nahe der Fußleiste können auf kapillar aufsteigende Feuchtigkeit hinweisen;
- Eine einzelne feuchte Stelle in der Nähe einer Rohrleitung kann ein Leck anzeigen;
- Bei anhaltender Feuchtigkeit muss die Ursache vor der Oberflächenbehandlung behoben werden.
Der Oberflächenaufbau darf erst beginnen, wenn die Wand dafür bereit ist
Nach Sanierung, Ausbesserung und Trocknung kann die Oberfläche mit dem für den jeweiligen Untergrund vorgesehenen Vorbereitungssystem behandelt und anschließend gestrichen werden. Tiefengrund, Versiegelungen und fleckenblockierende Produkte erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ihre Auswahl sollte sich deshalb nach Wandart und Schadensursache richten, statt für jeden Fall nach demselben Schema zu erfolgen.
Entscheidend ist die Reihenfolge der Arbeiten: Zuerst die Feuchtequelle beseitigen, danach geschädigte Materialien entfernen und erst anschließend den Oberflächenaufbau wiederherstellen. Wird diese Abfolge umgekehrt, verdeckt der Anstrich lediglich ein Problem, das darunter weiter besteht. Wurde die Wand fachgerecht saniert, findet die neue Beschichtung einen festen Untergrund und bleibt mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit länger gleichmäßig.
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